Feuerwehr zukunftsfest machen

02.03.2018

Beiratssitzung des Deutschen Feuerwehrverbandes tagt mit Ingo Gädechens, MdB


v.r.n.l. Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Claudia Crawford, Vorsitzende des Beirates, sowie Ingo Gädechens, MdB

Die Feuerwehr zukunftsfest machen – um dieses Ziel zu erreichen, haben sich in Berlin erneut die Mitglieder des Beirates des Deutschen Feuerwehrverbandes getroffen. Seit mehreren Jahren ist der ostholsteinische CDU-Abgeordnete Ingo Gädechens aktives Mitglied in diesem Gremium und brachte sich in die Debatte um notwendige Unterstützungsmaßnahmen für die Feuerwehren ein.

„Wir haben in Deutschland ein einmaliges, sehr erfolgreiches und flächendeckendes System der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren“, so Gädechens. „Dies wollen wir nicht nur erhalten, sondern auch stärken.“ Wie auch bei vielen anderen Vereinen und Gruppen des gesellschaftlichen Lebens zu beobachten ist, klagt insbesondere das Ehrenamt zunehmend über Nachwuchsmangel. Dies liege, so die einhellige Meinung der Beiratsmitglieder, nicht nur an immer mehr zeitlichen Verpflichtungen oder starkem beruflichen Stress gerade der jüngeren Generation. Vielmehr werde auch die Vereinbarkeit von freiwilligem Engagement und neuen Lebensmodellen zunehmend zum Problem.

„Mit großer Sorge beobachte ich, dass nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Privatwirtschaft, sondern zunehmend auch Angehörigen des öffentlichen Dienstes Freistellungszeiten verwehrt werden, die notwendig sind, um Lehrgänge für entsprechende Qualifikationen für den Feuerwehreinsatz zu absolvieren. Dabei sollten gerade unsere Behörden und Verwaltungen ein leuchtendes Beispiel sein und das freiwillige und für uns alle so wichtige Engagement tatkräftig unterstützen“, erklärt der CDU-Abgeordnete. „Daher sehe ich gerade auf kommunaler Ebene Handlungsbedarf. Als Partei des Ehrenamtes wird sich die Union auf allen Ebenen – nicht nur auf Bundes- und Landesebene, sondern gerade auf kommunaler Ebene – programmatisch klar zugunsten von Feuerwehr, THW und den vielen anderen Organisationen positionieren und für eine Wertschätzung und Unterstützung des Engagements werben“, so Gädechens.

Neben der Gewinnung von Nachwuchskräften wurden weitere Themen besprochen, die die deutschen Feuerwehren im Moment intensiv beschäftigen. Eine Baustelle, die gerade auch von der Politik beackert werden muss, liegt demnach in den rechtlichen Rahmenbedingungen des Feuerwehrdienstes. „Sowohl in der Frage nach der Berechtigung, Feuerwehrfahrzeuge fahren zu dürfen, wie auch in der jungen Diskussion um Drohnen-Führerscheine sind die Interessen der Feuerwehr direkt berührt“, erläutert Gädechens. „Auch wenn gerade im Bereich der Fahrerlaubnis für Feuerwehrfahrzeuge mit Hilfe des Feuerwehrverbandes schon einiges geklärt werden konnte, werde ich hier persönlich ‚am Ball bleiben‘. Wir brauchen Ausnahmegenehmigungen mit Augenmaß, damit die Feuerwehren ohne großen bürokratischen Aufwand ihre Arbeit erledigen können.“

Mit großer Sorge wurde auch die stärker werdende Behinderung der Arbeit von Feuerwehren und anderen Rettungsdiensten diskutiert. „Immer häufiger erreichen uns Berichte, dass bei Unfällen keine Rettungsgasse mehr gebildet wird, immer mehr Leute eiskalt gaffen und damit die Rettungsarbeiten behindert werden“, erklärt Gädechens. „Und dass jetzt mitunter Feuerwehrleute tätlich angegriffen werden, nur weil sie helfen wollen – das schlägt dem Fass wirklich den Boden aus!“ Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Beirates sieht auch der CDU-Abgeordnete hier Handlungsbedarf – zentral sei es, die Anerkennung für das Wirken der Feuerwehren in der gesamten Gesellschaft deutlich zu stärken.