Ingo Gädechens erneut zu Besuch beim Deutschen Kinderschutzbund Kreisverband OH

29.08.2018

CDU-Ortsvorsitzender Thomas Hüttmann, Geschäftsführer des DKSB Kreisverbandes OH Martin Liegmann, CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens, zur Zeit amtierender Bürgermeister und Erster Stadtrat der Stadt Neustadt i.H. Friedrich-Karl Kasten, Geschäftsführer des DKSB Kreisverbandes OH Henning Reimann.

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) leistet als Kreisverband in Ostholstein, wie auch bundesweit, eine herausragende Arbeit in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Neben Familienberatungsstellen, Sozialkaufhäusern, Kindertagesstätten und stationären Einrichtungen leitet der DKSB auch zahlreiche Projekte. "Das Themenspektrum ist vielfältig, anspruchsvoll und umfangreich. Die starke Vernetzung der einzelnen Institutionen in Ostholstein ermöglicht zudem eine sehr erfolgreiche Arbeit", würdigte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens die Lobbyarbeit für Kinder. Sehr zur Freude der beiden Geschäftsführer Martin Liegmann und Henning Reimann ist der Abgeordnete immer wieder Gast in der Geschäftsstelle und in den einzelnen Einrichtungen des Deutschen Kinderschutzbundes und beweist damit sein großes Interesse an der Arbeit des DKSB. Weitere Teilnehmer der Gesprächsrunde waren der zur Zeit amtierende Bürgermeister und Erste Stadtrat Friedrich-Karl Kasten und der CDU-Ortsvorsitzende Thomas Hüttmann.

In dem intensiven Gespräch konnten leider nicht nur positive Entwicklungen skizziert werden. Brisante Themen wie Kinderarmut, mangelnder sozialer und bezahlbarer Wohnraum, die schwere Situation der Alleinerziehenden sowie der Werteverfall und die teilweise mangelnde Erziehungskompetenz einiger Eltern machen dem Kinderschutzbund in Ostholstein große Sorgen. Betroffen sind vor allem Kinder von Eltern, die Hartz IV oder andere Sozialhilfeleistungen beziehen, die arbeitslos bzw. alleinerziehend sind. Ebenso betroffen sind Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Außerdem ist es trotz Unterstützung für Familien mit niedrigem Einkommen schwer, die Beiträge für eine Kinderbetreuung und offenen Ganztagsschulen zu leisten. Die Situation wird durch die steigenden Mietpreise noch verschärft. "Es mangelt an Wohnraum in Ostholstein. Der Markt an sozialen Wohnungen zeigt darüber hinaus eine echte Notlage an.", pflichtet Gädechens bei. Friedrich-Karl Kasten reklamierte für Neustadt in Holstein eine positive Initiative, indem die Stadt 30 Sozialwohnungen in Eigenregie baut und weiterer bezahlbarer Wohnraum in Neubaugebieten entsteht. Ebenfalls kritisch wurde die Lage der Alleinerziehenden angesprochen, die oft aus finanziellen Gründen gezwungen sind, arbeiten zu gehen und sich darüber hinaus ausreichend Zeit nehmen müssten, sich mit ihren Kindern zu beschäftigen. "Der Erwartungsdruck an Alleinerziehende ist enorm", so Gädechens. "Erwerbsarbeit, Kindererziehung und gesellschaftlichen Normen gerecht zu werden, ist in der heutigen Zeit sehr schwer." Hinzu kommen ein Werteverfall und eine starke Konsumorientierung, die bundesweit in den Familien aller sozialen Schichten um sich greifen. Viele Jugendliche sind unsicher, weisen psychische Probleme auf oder verfügen nicht über die nötigen Kompetenzen, um eine Berufsausbildung zu absolvieren. Besonderen Bedarf sieht der Kinderschutzbund gerade für die Altersgruppe der 18-25jährigen, die aus dem Raster der Jugendhilfe herausfallen. Deshalb würden alle Fachleute eine Unterstützung und Integration dieser Zielgruppe begrüßen. Gädechens, der als einziger schleswig-holsteinischer Abgeordneter ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss ist, steht einer finanziellen Förderung eines solchen Pilotprojektes positiv gegenüber. Ebenso will sich der Bundestagsabgeordnete auch weiterhin für das Projekt "Stark im Beruf" einsetzen, welches Mütter mit Migrationshintergrund auf dem Weg in ein Berufsleben unterstützt. Beide Geschäftsführer des DKSB verweisen darüber hinaus auf die Notwendigkeit, bereitgestellte Instrumente beizubehalten. 

Trotz der schwierigen Themenfelder herrscht beim Kinderschutzbund eine positive Grundstimmung. Die hohe Motivation der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind immer wieder Antriebsfeder für neue Herausforderungen und Projekte. Der Bund bemüht sich, die vielfältigen Initiativen und die tägliche Arbeit für den Schutz der Kinder und Familien nachhaltig zu unterstützen. "Damit das so bleibt und an einigen Stellen noch besser wird, dafür werde ich mich einsetzen", so Gädechens abschließend.