Bernstein und Gädechens besuchen St. Marienkirche in Kirchnüchel

09.09.2019

Bedenklicher Zustand der Kirche – die CDU-Bundestagsabgeordneten wollen sich um eine Förderung aus dem Denkmalschutzsonderprogramm bemühen


v.l.n.r.: Anja Haustein, Pastorin Kirchnüchel und Blekendorf, Melanie Bernstein, MdB, Ingo Gädechens, MdB, Ingeborg Dittmann, Kirchengemeinderat Kirchnüchel, Anneliese Stender, Kirchengemeinderat Kirchnüchel, Torsten Ewers, Architekt (Büro Ewers, Dörnen und Partner), Mathias Kensa, Kirchengemeinderat Kirchnüchel, Robina Först, Kirchengemeinderat Kirchnüchel, Christian Först, stellvertretender Bürgermeister Kirchnüchel, Wolfgang Dittmann, Freiwillige Feuerwehr Nüchel, Manfred Wosning, Wehrführer Freiwillige Feuerwehr Kirchnüchel

Schleswig-Holstein besitzt viele denkmalgeschützte Gebäude – darunter auch viele Kirchen. Eine von ihnen ist die St. Marienkirche in Kirchnüchel. Weit über die Region hinaus ist das im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts erbaute Gotteshaus bekannt. Doch auch an dieser imposanten Kirche nagt der Zahn der Zeit, sodass dringend Sanierungsmaßnahmen geboten sind. Ingo Gädechens, der als einziger schleswig-holsteinischer Abgeordneter im Haushaltsausschuss sitzt, hat schon vielen denkmalgeschützten Kirchen und Gebäuden in Ostholstein über das Denkmalschutzsonderprogramm zu einer finanziellen Förderung verholfen. Zusammen mit seiner Plöner Kollegin Melanie Bernstein, MdB, die zudem Mitglied im Kulturausschuss des Bundes ist, kam er nach Kirchnüchel, um sich ein Bild vom Zustand der Kirche zu machen. Vor Ort wurden die zwei Politiker herzlich von der Pastorin Anja Haustein, dem Architekten Torsten Ewers sowie von Sandra Buhrmeister und Christian Först, den beiden stellvertretenden Bürgermeistern der Gemeinde, begrüßt. Ebenso nahmen Vertreter des Verschönerungsvereins Nüchels und der Feuerwehren Nüchel und Kirchnüchel sowie zahlreiche Mitglieder des Kirchengemeinderates teil. Gädechens war von der regen Teilnahme sehr beeindruckt: „Hier zeigt sich, dass eine Kirche ein ganzes Dorf und seine Umgebung zusammenhält!“

Bei einem Rundgang verwies die Pastorin auf die vielen Besonderheiten der Kirche. Neben der frühgotischen Stilvollkommenheit beeindruckten vor allem die farbenprächtigen Fenster, die Max Schegulla, ein Schüler Marc Chagalls, explizit für die Marienkirche entworfen hatte. „Diese Kirche ist eine wahre Schatztruhe! “, sagt Gädechens fasziniert. „Allein die eindrucksvollen Fenster sind schon einen Besuch wert. Aber auch die direkte Anbindung an das Mausoleum macht diese Kirche einzigartig. Dass sie von nationaler Bedeutung ist, steht außer Frage!“ Wie die Pastorin ergänzt, existiert die Verbindung von Kirchengebäude und Grabkappelle in Deutschland nur sehr selten.

Neben der Schönheit dieser Kirche wurden beim Rundgang allerdings auch viele Problemstellen sichtbar. Architekt Ewers führte den Anwesenden den Sachstand der Schäden vor Augen und erläuterte deren Ursachen. So sind beispielsweise die Balken des Dachstuhls über die Zeit marode geworden. Da sie zudem eine sehr große Last tragen und durch das Schwingen der Glocken regelmäßig einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt werden, kommt es zu erheblichen Schäden und Rissen im Mauerwerk. Ebenso muss die Kondensationsproblematik im Kircheninnenraum und im Übergang zum Mausoleum behoben werden. Denn auch sie führt zu massiven Rissen und Abplatzungen. Die Außenmauern zeigen unterdessen erhebliche Schäden durch fehlerhafte Sanierungsmaßnamen auf. Sie wurden einst aus Feldsteinen und Gips gebaut, aber zuletzt in den 1960ern mit Zement saniert. Da die verschiedenen Materialien unterschiedlich auf Temperaturschwankungen reagieren, kommt es auch hier wieder zu tiefen Rissbildungen und Abplatzungen. Ewers bilanziert die Gesamtsumme der notwendigen Sanierungsmaßnahmen auf 615.000 Euro.

„Das Land und auch die Kirchenkreise sind oft mit den Kostenanforderungen für solche Sanierungsarbeiten überfordert. Da bietet das bundesweite Denkmalschutzsonderprogramm eine wahre Hilfe an.“, erläutert Gädechens. „In den vergangenen Jahren gab es bereits Versuche, über dieses Programm Unterstützung zu erhalten – die bisher aber unberücksichtigt blieben. Nun wollen meine Kollegin Melanie Bernstein und ich die Ärmel hochkrempeln und alles in unserer Macht stehende tun, damit dieses Mal finanzielle Hilfe aus Berlin nach Kirchnüchel fließen kann.“, so beide Bundestagsabgeordnete abschließend.