Strandkorbgespräch im Festsaal

27.08.2020

CDU-Abgeordneter Gädechens lädt zum traditionellen Tourismus-Gipfel


Im Corona-Jahr 2020 scheint alles anders zu sein. So musste auch das traditionelle Strandkorbgespräch, zu dem der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens alljährlich die Tourismusexperten aus seinem Wahlkreis einlädt, in den Festsaal des Strandhotels am Weißenhäuser Strand verlegt werden. Das Wetter wollte an diesem Regentag einfach nicht mitspielen. Außerdem wäre der Kreis der Strandkörbe aufgrund der Abstandsregeln zu groß geworden.

Der Diskussionsfreude und den fachkundigen Beiträgen tat das allerdings keinen Abbruch – ganz im Gegenteil! Fast drei Stunden referierten die Tourismusexperten aus allen Tourismusorten Ostholsteins über die besonderen Begebenheiten vor Ort während des Lockdowns und aus der Zeit, als die Gäste und Tagestouristen die Ortschaften, Promenaden und Strände wieder bevölkerten. Alles in allem ergab sich eine durchwachsene Bilanz: Ist der Tourismus während des Lockdowns komplett heruntergefahren, folgte danach eine – trotz aller Corona-Regelungen – starke Aufholjagd im Sommer. Unsicherheit und Sorge herrscht bei einem Blick auf die kommenden kühleren Jahreszeiten. Niemand weiß, ob dann der Tourismus wieder eingeschränkt werden muss.

Übereinstimmend berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer insbesondere über die Veränderungen des Gästeklientels. „Wir haben neue Gäste“, erläutert Katja Lauritzen, die als Geschäftsführern des Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT) das gesamte Kreisgebiet überblickt. Im Vergleich zu den bisherigen Jahren seien mehr Paare ohne Kinder und vor allen Dingen auch mehr Wassersportler nach Ostholstein gekommen. Noch einmal deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren haben Urlaub im eigenen Land gemacht – gerade auch, um das Corona-Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Ostholstein kam diese Entwicklung quasi als Glück im Unglück zugute.

„Von Seiten der Politik haben wir in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um unsere Wirtschaft und gerade auch die Tourismusbetriebe am Leben zu halten“, kommentierte Ingo Gädechens die bisherigen Entwicklungen. „Nach den schlimmsten Befürchtungen freut es mich sehr, dass in Ostholstein die Sommersaison sehr gut gelaufen ist. Klar: Die Einbußen des Frühjahrs können nicht mehr aufgeholt werden.“ Zugleich bestätigten die Tourismusexperten aber, dass mit der Sommersaison zumindest wieder etwas Luft zum Atmen vorhanden sei.

Claudia und Andreas Leicht als Betreiberehepaar vom HANSA-PARK berichteten von ihren Erfahrungen und der verspäteten Öffnung des Parks. Man habe die Zeit genutzt, um ein strenges Sicherheitskonzept zu entwickelt, weil man realistischer Weise davon ausgehen muss, dass es auch im kommenden Jahr noch Verordnungen mit Abstands- und Hygieneregeln geben wird.

Schon jetzt bereitet die Region alles vor, um auch im Herbst und Winter als inländische Tourismusdestination die Erfolge der letzten Monate fortsetzen zu können. „Insgesamt hat sich nach meinem Eindruck gezeigt, dass Urlaub an der Ostsee auch unter Corona-Bedingungen möglich ist“, so Gädechens. „Wichtig ist nur, dass alle mitmachen.“ Wie auch Ubbo Voss, der Tourismuschef in Großenbrode, betont hat, ist die aktuelle Lage sehr fragil. Wenn die Infektionszahlen weiter steigen, sind auch neue Einschränkungen nicht ausgeschlossen. „Ich appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, sich vernünftig und umsichtig zu verhalten. Gerade die vielen infizierten Reiserückkehrer aus einem Urlaub in Südeuropa zeigen, wie wichtig weiterhin die Anstrengung von allen ist – auch wenn Masken und Abstandsregeln nerven!“